SERVICE

ORGANISATIONEN

Suche
Mailingliste

 

Regionaltreffen

Die Bildungskooperative im Donaudreieck

 

Auf dem vierten Regionaltreffen des Netzwerkes „Donaudreieck“ im Oktober 2008 ist in der Arbeitsgruppe „Bildung“ zunächst festgestellt worden, dass im gesamten Dreiländereck die Motivation, die deutsche Sprache zu erlernen, sinkt. Vor allem hat Deutsch als Fremdsprache (DaF) an Schulen und Hochschulen im Wettbewerb mit Englisch deutlich an Boden verloren. In der Vojvodina erlernten im Jahr 2006 schätzungsweise rund 17% der Schüler als erste Fremdsprache Deutsch, 62% erlernten Englisch, 18% Russisch; in Zentralserbien waren es im Jahr 2006 etwa rund 4% der Schüler, die Deutsch als erste Fremdsprache erlernten. Auch wenn die Bedeutung der englischen Sprache – gerade im globalen Kontext – in keinem Fall negiert werden darf und soll, muss trotzdem die Frage nach den Ursachen dieses gering ausgeprägten Interesses gestellt werden, um die Möglichkeiten verborgener Potentiale zu eruieren.

Zwei wesentliche Faktoren sind hier maßgeblich:

1.      „objektiv“: Die Wurzel liegt zunächst – ganz praktisch – im fehlenden schulischen Angebot. Oftmals wird DaF in der Grundschule nicht offeriert. Wenn sich Eltern nun entschließen, ihr Kind einen bilingualen Kindergarten besuchen zu lassen, oder, wenn dieses Angebot nicht vorhanden ist, einen Kindergarten, der zumindest ein deutsches Programm integriert hat, stoßen sie im Folgenden häufig auf diese fehlende schulische Struktur. Es mangelt also am sprichwörtlichen „roten Faden“, der das kontinuierliche Erlernen der deutschen Sprache zwischen dem Kindergarten und dem Abitur ermöglicht und sicherstellt.

2.      „subjektiv“: Englisch ist die meistgesprochene Sprache der Welt. Das Spanische ist als Muttersprache zwar vorherrschend, doch gibt es schätzungsweise bis zu einer Milliarde englische Zweitsprachler. Zudem hat das Englische in Wirtschaft und Technologie eine Sonderstellung eingenommen. DaF verliert dadurch bei Eltern und Schülern an Bedeutung.

Beide Erklärungsstränge sind miteinander verwoben – sinkt die Motivation, sinkt das Angebot und umgekehrt.

Die Mitglieder des Donaudreiecks und speziell der Arbeitsgruppe Bildung können an der praktischen Seite des „Problems“ schwerlich etwas ändern. Zwar können Gespräche mit Bürgermeisterämtern und anderen Organen im Rahmen der jeweiligen staatlichen Strukturen geführt und zudem Konzepte beispielsweise für Schwerpunktschulen „Deutsch“ erarbeitet werden, aber dabei sehen wir uns mit einem langwierigen Prozess konfrontiert. Auf weite Sicht muss jedoch genau hier angesetzt werden, da die Verengung von fremdsprachlichem Angebot ein strukturelles Problem ist, das es zu beheben gilt.

Andererseits können auch wir im Rahmen des Donaudreiecks einen Beitrag leisten, die Motivation zum Erlernen der deutschen Sprache zu heben, indem wir den Fokus auf den „subjektiven“ Faktor legen. Dabei soll die Vernetzung und Kooperation des Donaudreiecks dazu beitragen, die Verwendung der deutschen Sprache zu intensivieren. Dies können wir durch verschiedene Programme und Maßnahmen erreichen, wobei wir uns zunächst auf den Aufbau von Schulpartnerschaften zwischen den drei Ländern konzentrieren werden. Denn auf diese Weise können wir zudem wesentlich an der Überwindung vorhandener politischer Grenzen mitarbeiten. Dies ist der originäre Geist des Donaudreiecks, von dessen Ausstrahlungskraft wir überzeugt sind.

Die Vernetzung von Schulen bezieht sowohl Schüler als auch Lehrer und Direktoren ein, wobei wir uns zunächst Letztere als Zielpersonen wünschen, können sie doch die Schüler direkt erreichen und für bestimmte Themen interessieren. In Form von grenzüberschreitenden Treffen, Seminaren und Fortbildungen zu Themen wie „Interkulturelles Lernen“ erhalten die Lehrer eine adäquate Vorbereitung und werden inhaltlich für diese Materie sensibilisiert.

In einem nächsten Schritt müssen Maßnahmen für die Jugendlichen als zentrale Zielpersonen konzipiert und durchgeführt werden. Unser Ideenkatalog reicht von online-Projekten zur regionalen Geschichte über Theaterworkshops bis hin zu Jugendcamps.

Die Arbeitsgruppe Bildung traf sich nach dem vierten Regionaltreffen bereits zwei weitere Male in Baja (Nov. 2008) und in Sombor (Dez. 2008), um vor dem oben skizzierten Hintergrund ein Handlungsgerüst zu erstellen. Nähere Informationen zu den Programmen und Maßnahmen werden Sie in Kürze auf dieser Internetseite finden können.

Protokolle von greinzüberschreitenden Treffen in Baja (HU) und Sombor (SRB)

 
12:36:17 27.03.2009.
<- Züruck

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Förderer: