SERVICE

ORGANISATIONEN

Suche
Mailingliste

 

Regionaltreffen

Internationales Kulturnetzwerktreffen Sombor, 17.-19. Februar 2006

 

„Ein Wir-Gefühl ist entstanden“

(Hans Beerstecher, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg)

Die Teilnehmer waren ausschließlich Repräsentanten aus dem Gebiet der deutschen Kultur (Bereiche deutsche Minderheit – Kultur, deutsche Kulturzentren, deutsche Theater, deutsches Puppentheater), der deutschsprachigen Bildung (Kindergärten, Schulen, Universitäten), der deutschsprachigen Medien (Presse, Radio- und Fernsehen) sowie Repräsentanten der vorhandenen regionalen Netzwerke Funkforum und Laientheater in deutscher Sprache (LIDS). Außerdem waren zwei Vertreter der Donauschwäbischen Kulturstiftung, Herr Hans Beerstecher (stellvertretender Vorstandsvorsitzender) und Herr Eugen Christ (Geschäftsführer) anwesend.

Auftaktveranstaltung im Bürgermeisteramt

Der Auftakt der Veranstaltung am Freitag war beeindruckend: Die sechzig Teilnehmer waren trotz zum Teil weiter Anfahrtswege fast vollständig zur Eröffnung im Hotel anwesend. Herr Anton Beck, Vorsitzender des deutschen Vereins Gerhard/Sombor begrüßte die Teilnehmer. Nach einer von allen gelobten Stadtführung empfing der Bürgermeister, Herr Dr. Slavkovic die Gäste, die eingeladenen Mitglieder des deutschen Vereins Gerhard, fünf Repräsentanten der Autonomen Regierung der Vojvodina und örtliche sowie regionale Medien im imposanten Saal des Stadtrates im Bürgermeisteramt, insgesamt etwa 85 Personen. Es sprachen der Bürgermeister, der Vizepräsident der Autonomen Regierung der Provinz Vojvodina, Herr Sandor Egeresi, der Vertreter grenzüberschreitend arbeitender Nichtregierungsorganisationen, Herr Dr. Gojku Miskovic sowie der rumänische Unterstaatssekretär im Departement zum Schutz für die nationalen Minderheiten, Herr Zeno-Karl Pinter.

Beim anschließenden Abendessen kam es zu vielen Begegnungen zwischen den Repräsentanten der Autonomen Regierung der Provinz Vojvodina, den Vertretern der Donauschwäbischen Kulturstiftung und derjenigen bedeutender deutschsprachiger Institutionen in der Region.

Während dieses ersten Abendessens „zwangen“ die Veranstalter die Teilnehmer sich gemischt zu setzen, um sich kennenzulernen und sich nicht in altbekannte Gruppen oder Sprachgruppen abzusondern. So wurde vom ersten Tag an Deutsch gesprochen. Durch die ständig wechselnden Gruppen gelang es den Veranstaltern, dass sich die Teilnehmer während der zwei Tage gut kennen lernten.

Deutsche Minderheiten und ihre Institutionen als positives Element für die gesellschaftliche Entwicklung ihres Landes am Beispiel Rumäniens; die unterstützende Hilfe bundesdeutscher Mittlerorganisationen;

Zwei jeweils halbstündige Vorträge bildeten den Auftakt am Samstag morgen.

Herr Zeno-Karl Pinter, Untererstaatssekretär im Departement zum Schutz der nationalen Minderheiten in Rumänien betonte die Vielfalt der deutschen Minderheiten in Rumänien, die sich trotz ihrer eigenen regionalen Organisationen zu einer politischen nationalen Einheit zusammengeschlossen haben, mit einer Stimme sprechen und einen Repräsentanten ins Parlament entsenden. Herr Pinter wies ebenfalls auf die positive Wirkung der deutschen Minderheiten auf die gesellschaftliche Entwicklung Rumäniens, auf die deutsch-rumänischen Beziehungen und auf den Prozess zur Aufnahme Rumäniens in die EU hin.

Frau Ingesuse Fues, ehemalige Fachberaterin der ZfA in Rumänien hob die Hilfe der verschiedenen bundesdeutschen Mittlerorganisationen in den vergangenen 15 Jahren hervor, um das Potential der deutschen Minderheiten und ihrer Institutionen wie Kindergärten, Schule usw. zu unterstützen. Neben den positiven Seiten dieser Unterstützung blieben die Schattenseiten nicht unerwähnt.

Gruppenarbeit

Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, sich zuerst untereinander im jeweiligen Bereich auszutauschen. Sie arbeiteten in zehn Bereichsgruppen. Ein Bereichsmoderator hatte diese Teilnehmer vorher angeschrieben, so dass sich ein jeder auf diese Zusammenarbeit vorbereiten konnte.

Anschließend kamen die Bereichsgruppen in den so genannten Gebietsarbeitsgruppen zusammen. Die Moderatoren der Bereichsgruppen stellten dort die Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit vor. Die Teilnehmer tauschten sich alsdann unter Anleitung eines Moderatoren aus.

Am Samstag Nachmittag wurde in zwei Arbeitsgruppen über eine vertiefte regionale Zusammenarbeit gesprochen. Die Ergebnisse dieser verschiedenen Gruppen wurden am Spätnachmittag noch einmal zusammengefasst, diskutiert und erweitert (siehe Programm).

Begegnungen und ergebnisorientierte Zusammenarbeit

Das Ziel dieses Treffens wurde erreicht: Die Vitalität deutscher Kultur und Sprache in dieser Region wurde deutlich. Persönlichkeiten, die an verantwortlicher Stelle im Bereich deutscher Sprache und Kultur stehen, haben sich kennengelernt. Projektpartner sich gefunden. Ein vertiefter Austausch in weiteren Bereichen (vor allem in den Bereichen Kindergarten und Universität) wurde vereinbart. Die Idee einer engeren regionalen Zusammenarbeit wurde konkretisiert. Der Aufbau einer Yahoogruppe und einer regionalen Webseite zum schnelleren Austausch von Informationen wurden von Vertretern aller Länder gefordert.

Diese Veranstaltung bedeutet insgesamt eine Stärkung der deutschen Sprache und Kultur in der Region. Die Vojvodina wird in das enge Netzwerk der deutschsprachigen Aktivitäten einbezogen. Die Anwesenden aus der Vojvodina haben Ideen, aber auch Mut für ihre eigene Arbeit bekommen. Die deutschsprachigen Institutionen haben sich als Motor erwiesen, einen grenzüberschreitenden Prozess in Gang zu setzen und so ihren Beitrag zu leisten, dass die Länder in der Region enger zusammenwachsen und die Vojvodina und Serbien aus ihrer Isolation herausgeholt werden.

Medienpräsenz

Die Veranstaltung war im Vorfeld und im Anschluss von den deutsch-, ungarisch- sowie serbischsprachigen Medien gut abgedeckt. So strahlte das regionale TV Spectar stündlich in den Nachrichten Informationen zum Kulturnetzwerktreffen aus.

Einbindung der Stadt Sombor

Wichtiges Element war die Einbeziehung der ganzen Stadt Sombor. So stellten der Veranstaltung das Bürgermeisteramt, die dem Bürgermeisteramt unterstellten Institutionen Musikschule, Staatsbibliothek, Kinderbibliothek, Radio Sombor, einige Minderheitenorganisationen wie der kroatische und der ungarische Verein sowie die English Akademy Räumlichkeiten, Tafeln und technisches Gerät gratis zur Verfügung.

Folgeveranstaltung

Am Schluss der Veranstaltung wurde von mehreren Teilnehmern der Wunsch geäußert, sie in einem Jahr zu wiederholen und bis dahin einige länderübergreifende Projekte umzusetzen. Die Geschäftsführerin des VdG, Frau Renata Trisler hat ihr schon im Vorfeld gemachtes Angebot, das nächste Kulturnetzwerktreffen in Osijek zu veranstalten, allen Teilnehmern vorgeschlagen. Es stieß auf ein positives Echo. Bestimmte Bereichsgruppen (Kindergarten, Universität) erkannten die Bedeutung eines internationalen Austausches und sprachen das Bedürfnis aus, sich noch einmal mit mehr Zeit im Laufe des Jahres in ihrem Bereich unter sich zu treffen.

Dank

Der Dank geht an alle Teilnehmer, an die Stadt Sombor, an die Autonome Regierung, die u.a. auch die ganze Visaregelung für die rumänischen Teilnehmer übernommen hat sowie an die regionale Vorbereitungsgruppe (Anton Beck, Zoltan Beck, Gabrijela Bogisic, Dr. Gojku Miskovic, Marija Ancic, Boris Masic) und die internationale Vorbereitungsgruppe mit Franziska Müller (SCG), Axel Halling (H), Renata Trisler (HR), Johanna Holst (RO), Peter Kratzer SCG) sowie an die Geldgeber (ifa, Donauschwäbische Kulturstiftung, Robert Bosch – Lektorenprogramm, ifa/Robert Bosch - Kulturmanagerprogramm, Bürgermeisteramt Sombor, Deutscher Verein Gerhard/Sombor).

Zum guten Schluss

Durch die hervorragende Aufnahme und Bewirtung im Hotel, durch den gelungenen Auftakt am ersten Tag im Bürgermeisteramt, durch das Entgegenkommen so vieler Institutionen, die den Teilnehmern schöne Räume zur Verfügung gestellt haben und nicht zuletzt durch das gute Wetter waren die Teilnehmer von Sombor tief beeindruckt und werden dieses Kulturnetzwerktreffen in ausgezeichneter Erinnerung behalten. Das Serbienbild vieler Teilnehmer hat sich dadurch positiv gewandelt.

Umgekehrt war die Abhaltung dieser Veranstaltung für die ganze Stadt Sombor sowie für die Autonome Regierung der Provinz Vojvodina ein wichtiges Ereignis. Die deutsche Minderheit in der Vojvodina hat dadurch eine starke Aufwertung erfahren.

Die Kulturreferentin des deutschen Vereins Kikinda, Frau Hilda Banski sprach als Reaktion auf das Kulturnetzwerktreffen manchem Teilnehmer aus der Vojvodina aus der Seele:

„Es war ein großes Ereignis! Nach über sechzig Jahren habe ich in der Vojvodina ein ganzes Wochenende lang wieder Deutsch sprechen können!“

 
12:47:51 26.04.2008.
<- Züruck

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Förderer: